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Die Vielfalt der Flora und Fauna im Neretva-Tal

Das Gebiet am unteren Lauf der Neretva ist ein einzigartiges Ökosy­stem, reich an mannigfaltigen Tier- und Pflanzengattungen. Der Fluss, das Meer und der Karst haben zusam­men die Voraussetzungen geschaffen, unter denen zahlreiche Arten einen idealen Lebensraum gefunden haben.

Gerade für die Neretva ist die große Vielfalt der Lebensräume charakte­ristisch, die sich an stehenden und fließenden Gewässern entfaltet ha­ben, an ihren Flussufern, im Schilf, auf feuchten Wiesen, in Erlen- und Weidenwäldern und am Meeresufer, aber auch dort, wo sie der Mensch geschaffen hat: in den Feldern, auf Dämmen, in den Kanälen und in Sied­lungen. Die einst weit ausgedehn­ten Sumpfgebiete sind heute leider durch das Eingreifen des Menschen auf ein Mindestmaß geschrumpft, und sind im Aussehen und Status nur noch sporadisch verstreute, kleine „Fleckchen“ der ehemaligen Gebie­te, umgeben von großen Flächen des kultivierten oder bewohnten Landes.

Trotzdem hat, im Unterschied zu den ande­ren, ähnlichen Gebie­ten in der Welt, der anthropogene Faktor die Ursprünglichkeit des Tals nicht nennenswert in Frage gestellt. Daher ist es auch heute noch

-    wenn auch in einem verkleinerten Ausmaß

-    eine Schatzkammer der Natur.

Durch das Eingreifen der Men­schen wurde die ein­stige Waldvegetation der umgebenden Berge zum großen Teil zu­grunde gerichtet, und es blieben nur noch Macchia und ein paar von den steinigen Grasflächen übrig. Doch im flachen Flutgebiet des Deltas entwickelte sich eine üppige Vegetation, die -       gemessen an ihrer Fläche, Reichtum und Vielfalt - an der ganzen Adria nicht ihres gleichen hat. Ihre Bedeu­tung in den Ökosystemen des unteren Flusslaufs der Neretva ist besonders groß. Die wichtigsten und häufigsten Süßwasserpflanzen, die man an ih­ren schwimmenden Blättern erkennt, sind Seerosen mit weißen Blüten, und gelbe Teichrosen mit gelben Blüten. Dort, wo das Wasser seichter ist, hat sich eine Schilfvegetation entwickelt, und auf den Gebieten, die gelegent­lich austrocknen, wachsen hohe Bin­sen. Da das Wasser in vielen Teilen des Deltas durch den Einfluss des Meeres Brackwasser ist, sind die Bedingungen für die Entwicklung der sumpfigen Salzpflanzen sehr gut. An der Neretva, direkt bei der Mün­dung gibt es viele gut entwickelte Meerstrandbinsen und ganze Wiesen von Salzkraut.

Die Salzmarschen an der Neretva sind auch für die Entwicklung der vielen Fischgattungen verantwortlich, die in diesen Gewässern le­ben, sich ernähren oder laichen. Obwohl alle kroatischen Flüsse im adriatischen Stromge­biet noch immer den Le­bensraum für viele Ar­ten sichern, beherbergt die Neretva absolut die größte Anzahl der Süß­wasser- und Brackfische. Unter den häufigsten und für die Ang­ler interessantesten Arten sollten wir hier mehrere Spezies von Meeräschen erwähnen, aber vor allem den Aal, einen ungewöhnlichen, schlangenartigen Fisch mit kompliziertem biolo­gischem Zyklus. Schon mehr als zwei tausend Jahre erweckt er ein lebhaftes wissenschaftliches Interesse, angefangen bei Aristoteles und Plinius dem Jüngeren, über den jungen Siegmund Freud, bis zu den modernen Biologen. Es ist bekannt, dass der Aal im Meer auf die Welt kommt und stirbt, aber in Flüssen, also im Süßwasser, lebt. Es gibt noch viele Geheimnisse und Un­klarheiten über seinen Lebenszyklus, doch eines ist ganz sicher: er ist äußerst lecker. Diese Meinung vertrat auch der antike Schriftsteller Athenaios, der dem Aal in seinem Werk „Gastmahl der Gelehrten“ eine Ode widmete. Zu den zahlreichen Froschlurchen zählt auch der große grüne Seefrosch. Er ist eigentlich auch überall als das Symbol unserer Stadt gegenwärtig. Wir treffen ihn in den Namen der Ortschaften und eines kleineren Berges an, ferner in den Namen der historischen Regionen (Župa Žaba - Region der Frösche), aber am häufigsten finden wir ihn auf dem Tisch, als noch eine der gastro­nomischen Spezialitäten unserer Ge­gend. Hier, also im Topf oder Pfanne, wird er ein „außerordentlich naher Verwandter“ des Aals, und bildet zu­sammen mit ihm den ganz besonderen Geschmack im einheimischen Gericht „brodet oder brujet“

Neben dem Seefrosch wird das Gebiet noch von zahlreichen ande­ren Amphibien und Kriechtieren be­wohnt, die wir nicht essen: Ringel­natter, Würfelnatter, Panzerschleiche, Adriatische Mauereidechse usw.

Auf den umgebenden Bergen und im Tal leben auch zahlreiche Säuge­tiere. In der Neretva haust der seltene und bedrohte Fischotter. Zu der Grup­pe der streng geschützten Säugetiere gehören noch Wölfe und Wildkatzen.

In den Gewässern des Deltas gibt es sogar sechzehn Süßwasserarten der Wasserschnecken und einige Krebs­arten. Es ist verständlich, dass man in so einem Sumpfgebiet auch auf zahl­reiche Insekten trifft, sogar 307 Arten davon. Nur unter den Schmetterlingen gibt es 250 verschiedene Gattungen.

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Public in: Metković
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