Turistička zajednica grad Metković

Die Vogelarten

Trotzdem würde all das, was wir bisher angeführt haben, nicht genü­gen, um das Delta der Neretva zum Sumpfgebiet von internationaler Be­deutung zu erklären. Auf der Liste der Ramsar-Konvention über den Schutz der Feuchtgebiete, und im Programm Ornithologisch wichtige Gebiete in Europa (Important Bird Areas) des Internationalen Vogelschutzverbands Bird Life International die Neret­va als ein Gebiet angeführt, in dem Stand-, Zug- und Sumpfvögel ihre Heimat haben; die Vielzahl der Vo­gelarten hat immer wieder unsere Gä­ste, Touristen und Reiseschriftsteller überrascht, aber im ganz besonderen Maß auch das Interesse der Wissen­schaftler erweckt. Die Ornithologen haben in den letzten hundert Jahren mehr als 310 Vogelarten beschrieben. Hier können wir nur die wichtigsten, zahlreichsten und interessantesten an­fuhren, und einige von jenen, die es leider an der Neretva nicht mehr gibt. Den ganzen Vogelreichtum, einst und jetzt, kann man am besten in der Naturhistorisches Museum in Metković bewundern.

Im Gebüsch und den kleinen Hai­nen in der Umgebung flattern Scha­ren von Turteltauben, Pirolen, Stieg­litzen, Kuckucke... insgesamt etwa 90 verschiedene Vogelarten. Auf den höchsten und unzugänglichsten Stel­len, auf steilen Felsen, wohnen (zwar seltene) Steinadler, Schlangenadler, Falken, Turmfalken, aber auch Wild­tauben, Alpensegler... Im Gebiet der Neretva gibt es kein historisches oder adeliges Wappen ohne Falken. In der Nähe der Siedlungen finden Schwal­ben, Mauersegler und die immer gegenwärtigen Spatzen Futter und Nistplätze. Wir behandeln sie fast als Haustiere, die Lebendigkeit in unse­re Gärten, Obst- und Weinplantagen bringen. Sogar 21 spezifische Sorten nisten im Sumpf: im tiefsten Wasser haben Lappentaucher solide gebau­te, schwimmende Nester angelegt, im Weidengebüsch und Schilf tref­fen wir auf Kolonien von Kormoranen, Nachtreihern und Reihern, die sich von Amphibien, Kriechtieren, kleinen Fischen und sogar Mäusen ernähren. In der dichten Sumpfve­getation bauen drei Entenarten ihre Nester: die Wildente, Knäkente und Sumpfente, aber der bekannteste Vo­gel an der Neretva ist das Blässhuhn (Fulica atra), das wegen seines her­vorragenden Geschmacks besonders für Jäger und Fein­schmecker interessant ist. Die Kieselufer des Flusses beherbergen eine große Anzahl kleinerer Vögel, unter anderem die hervorra­genden Taucher, den Eisvogel und Bienen­fresser.

Obwohl es an der Neretva mehr Stand­vögel gibt, als irgend­wo anders an unserer Küste, so beträgt ihre Anzahl nur ein Drittel von der Gesamtanzahl der Vögel in diesem Gebiet. Die Mehrzahl machen Zugvögel aus. Sie bevölkern das Gebiet der Neretva, wenn im übrigen Europa Schnee und Eis herrschen. „Der große Vogelzug an der Mün­dung“, so der Ornithologe Rucner, „ ist ein wertvolles und unbe­schreibliches Erlebnis, das keiner, der sich mit Vogelkunde befasst, versäumen sollte“. Wir möchten hinzufügen: auch Laien, die nur Vogelliebhaber sind, werden nicht weniger entzückt sein. Die Ne­retva ist für die Vögel ein mehrfach vollendetes Winterquartier. Sie ist eine ökologisch interessante Kombi­nation der Lebensbedingungen, die am Kontinent und an der Nordsee vorherrschen, und das inmitten des Mittelmeers. Die Zugvögel finden hier wichtige Biotope und Lebens­räume, die denen gleichen, wo sie Nester bauen. Sie erkennen die rei­chen Futterplätze, noch dazu mit ei­nem idealen Klima, weil das Wasser nie zufriert.

Wenn sich bei Ebbe das Meer zurückzieht, bleibt am sandigen und moorigen Ufer eine große Anzahl von kleinen Würmern, Krabben, Muschel­tieren und kleineren Fischen zurück, was eine richtige Festmahlzeit für Regenpfeifer, Seeschwalben, Möwen und andere Arten bedeutet, die an den Ufern der nördlichen Meere, in nörd­lichen Tundren und manche sogar in der arktischen Zone leben.

Dank ihrer guten Lage an der Zugstrecke nach Afrika gibt es an der Neretva eine ausnehmend große Fre­quenz der ziehenden Vögel. Ein weit ausgedehntes Sumpfgebiet innerhalb des Tals, Auwälder und Wälder in der karstigen Umgebung ziehen beim Vogelzug zahlreiche Sumpf-, Steppen- und Waldarten an. Am gesamten Sumpfgebiet entlang, an Kanälen und Flussbetten leben Scharen von Schnep­fen, Blässhühnem, Reihern und sogar 17 verschiedene Entenarten. In den kältesten Wintern finden auch einige Gänsearten hier ihre Zuflucht.

Der Reichtum der Vogelwelt im Delta ist immer noch groß, aber lei­der um einige Spezies ärmer. Die Veränderungen in der Landschaft ha­ben notwendigerweise das Gebiet der unberührten Natur verkleinert, und damit eine sichere Existenz für einige Arten, wie z. B. den Seeadler, unmög­lich gemacht, weil er über ein großes Jagdrevier verfügen muss, sowie den Krauskopfpelikan, der schon lange den Krieg mit den Fischern verloren hat, und einen anderen Lebensraum suchen musste.

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